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Der neue Mini Roadster im Test
Mini Roadstar Test
Hier drinnen gibt es richtig viel Platz. Dabei sitzen wir in einem Mini, zudem in einem Roadster. Die Briten fächern ihre Modellpalette immer weiter auf und wir fahren erstmals das sportlichste Offen-Modell der Marke.

Runde Kappe
Der Mini Roadster basiert auf dem Mini Coupé. Allerdings wurde das markante Helmdach des Coupés von den Stoffdach-Designern nicht eins zu eins für den Roadster übernommen. Rundlich wölbt sich der schützende Mantel über die Passagiere und vermittelt schon von außen den Eindruck, dass innen viel Kopffreiheit herrschen wird. Im geöffneten, also bevorzugten Zustand, fallen die beiden Edelstahl-Überrollbügel hinter den Köpfen von Fahrer und Beifahrer auf. Diese sehen nicht nur nach Metall aus – sie sind tatsächlich aus robustem Edelstahlrohr geformt. Ein wenig "Britishness" alter Schule verströmt auch die Dachmechanik: Ist die Mütze nach hinten runtergeklappt, können wir rechts und links in breite Schächte schauen, in denen das Dachgestänge lauert. Beim Öffnen oder Schließen würden wir hier nicht unsere Hand reinhalten – und kleinere Gegenstände wie ein Handy sollte man dort auch nicht reinfallen lassen. Die könnten sonst für immer weg sein.

Echt viel Platz
Die Kabine unseres Mini ist edel gemacht: Das Armaturenbrett wird mit einer schicken geprägten Aluminiumleiste verkleidet. Das Innenraumdesign ist natürlich mit großem Zentraltacho und vielen runden verspielten Elementen typisch Mini. Wirklich toll: Da der Roadster auf dem Coupé basiert, hat er ebenfalls nur eine Sitzreihe. Das Cabrio bietet noch eine zweite Sitzreihe, die ohnehin nur für die Ablage von Taschen oder die Aufnahme von Kindersitzen für Kleinstkinder geeignet ist. Den Wegfall der Reihe haben die Mini-Konstrukteure genutzt, um die Platzverhältnisse in dem Kleinwagen auf ein brauchbares Niveau zu bringen. Selbst Riesen können ihre Beine ausstrecken und in den Kofferraum passen 240 Liter – beinahe doppelt so viel wie beim Cabrio, wo 125 Liter reichen müssen.

Kraft-Verdeck und Klapp-Schott
Das Auf- und Zuklappen des Verdecks wird in unserer Ausstattung per Hand erledigt. Es ist gar nicht so einfach, im Roadster sitzend die Stoffmütze nach vorne zu ziehen. Die Seitenscheiben gehen dabei automatisch runter und am Ende wird das Verdeck am oberen Frontscheiben-Rahmen per Drehverschluss verankert. Das Öffnen bedarf auch etwas Übung, da das Verdeck in seinem Stauraum einrasten muss – den Schwung dafür sitzend aufzubauen, ist nicht so einfach. Beim Mazda MX-5 geht dies bedeutend leichter von der Hand. Wer diesem gelenkigen Mini-Kraftakt aus dem Weg gehen möchte, der ordert für 790 Euro das semiautomatische Verdeck. Dieses muss nur noch per Hand im Scheibenrahmen verriegelt werden. Für stolze 190 Euro sitzt auch noch ein kleines Windschott zwischen den glänzenden Überrollbügeln. Dieses lässt sich mit einem kräftigen Ruck entfernen oder auf halber Höhe nach hinten umklappen. Auf jeden Fall mindert es die Windmaschinen-Effekte. Allerdings wird die Kopfhaut der Insassen auch bei aufgestelltem Windschott und hochgefahrenen Seitenscheiben vom Luftstrom gekrault.

Bleibt nett
Wir fahren den Roadster vorsichtig über Geschwindigkeits-Bumper und fassen Mut: Das Fahrwerk unseres Wagens hält jede Menge Restkomfort bereit. Nur in größere Schlaglöcher poltert der kleine Brite ein bisschen hinein und erweist sich dabei als sehr steif und gut verarbeitet: Nichts klappert. In der Kurve neigt sich unser Roadster ein wenig zur Seite – das knallharte Gokart-Fahrwerk bleibt wohl der sportlichen Topversion John Cooper Works vorbehalten. Dabei klappt das Kurvenwedeln in unserer Cooper-S-Motorisierung super, der Wagen ist trotz seines Dämpferkomforts dynamisch unterwegs. Für 130 Euro sitzt ein kleiner Sport-Knopf in der Mittelkonsole. Wird dieser gedrückt, spüren wir eine deutlich direktere Lenkung und eine unmittelbarere Gasannahme. Bei unserem Cooper S kommt noch ein kraftvolles Auspuffglucksen hinzu, erzeugt durch das Einspritzen von zusätzlichem Kraftstoff.

Kräftig dabei
Den neuen Mini Roadster gibt es in drei Motorisierungen: Als Cooper, Cooper S, als Dieselmodell Cooper SD und als sportlichen Krawallmacher John Cooper Works. Bei unserem Cooper S treffen 184 PS auf 1.260 Kilogramm Leergewicht. Damit ist unser Wagen mehr als ausreichend motorisiert: In 7,0 Sekunden geht es von null auf 100 km/h, maximal zieht die Tachonadel bis zur 227-km/h-Markierung. Kraftvoll und ein bisschen knurrig spurtet der Brite los, wobei sich der Antrieb recht kultiviert gibt. Das Innengeräusch-Niveau wird vom Stoffdach kaum beeinflusst, ist aber ohnehin recht leise – gerade die Windgeräusche halten sich bis 130 km/h vornehm zurück. Serienmäßig ist der Roadster mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet. Dieses schaltet den Motor spontan ab und mindestens ebenso spontan wieder an. 6,0 Liter Super wandern laut Hersteller im Schnitt pro Kilometer durchs Triebwerk – Mini betont, dass man der Premium-Kleinwagenhersteller mit dem geringsten Flottenverbrauch wäre.

Lange Wege
Geschaltet wird in unserem Cooper S Roadster mit einer Sechsgang-Handschaltung. Eine Sechsstufen-Automatik würde 1.540 Euro Aufpreis kosten und das Start-Stopp-System wäre dann nicht mehr dabei. Wir können die Stufen ohne Hakeln präzise einlegen, nur die Schaltwege sind ein bisschen weit. Aber daran gewöhnen wir uns schnell. Das kräftige Triebwerk lässt zudem sehr schaltfaules Fahren zu. Der neue Mini Roadster wird ab dem 25. Februar 2012 ausgeliefert.


 
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